Io, Davide

 

Ich bin Davide Grisolia, das Einzelkind der süditalienischen Eltern Anna-Maria Gugliotta und Giuseppe „Sandoká“ Grisolia. Mein Vater war ein Militare, Chefkoch und Sicherheitsmann und meine Mutter ist Masseurin und Podologin. Ich bin sehr glücklich, in ihren Händen geboren zu sein - und ich liebe sie. Geboren wurde ich am 2. April 1993 im Herzen Nürnbergs. Aufgewachsen bin ich im Markt Roßtal (Landkreis Fürth, Mittelfranken, Bayern).

 

Mein Weg zum Film

 

„Hasta la vista, baby“, sagte Arnold Schwarzenegger in seiner ikonischen Rolle des Killer-Roboters und zerschoss seinen Gegner in hunderte Einzelteile. Allein der Gedanke an „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ (kurz „T2“, Regie: James Cameron, 1991) bereitet mir Gänsehaut, denn dieser Film ist einer der Gründe, warum ich Filmemacher geworden bin.

 

Mein Vater Giuseppe „Sandoká“ Grisolia war ein leidenschaftlicher Filmesammler. Im Jahr 1997 schauten wir zusammen die Science-Fiction-Filme „T2“ und „RoboCop“ (Regie: Paul Verhoeven, 1987), die ich ab dem ersten Moment an liebte. Im selben Jahr nahm ich zum ersten Mal die Urlaubskamera meines Vaters in die Hand und drehte meinen eigenen RoboCop-Film - samt Umhang und Kartonmaske. Das war der erste Film, den ich je gedreht habe. Die Film-Magie hat mich von der ersten Sekunde an in seinen immensen Bann gezogen - und sie begleitet mich bis heute. Filme haben schon immer mein Leben geprägt und geleitet. In den guten und in den schlechten Zeiten.

 

Die Anfänge von „DGF“

 

Von 1997 bis 2005 experimentierte ich viel herum und drehte etliche Kurzfilme. Meistens basierten diese Filme auf Figuren aus der Film-, Zeichentrick- und Videospiele-Welt, die mich begeisterten: RoboCop, Crash Bandicoot, Hulk, King Kong, Spider-Man, Bud Spencer, Super Mario und mehr.

 

Das Filmedrehen war meine größte Freizeitaktivität während der gesamten Schulzeit. Als 6-Jähriger konnte ich nicht wirklich Deutsch, was dazu führte, dass ich in der Schule ein totaler Außenseiter war, der ständig gemobbt wurde. Filme, das Filmemachen und die seelische Unterstützung meiner Eltern halfen mir, mich durch diese Zeit zu kämpfen. Meine Eltern haben meine Filmemacherei von Anfang an mit Herz und Seele unterstützt. Sie haben mir immer die Kraft gegeben, an meinem Traum zu arbeiten, eines Tages ein anerkannter Regisseur zu werden.

 

Nach meiner Grundschulzeit in Roßtal, ging ich zur Hauptschule Roßtal, wo ich neue Freunde fand. Im Jahr 2005 konnte ich meine neuen Schulfreunde für das Filmemachen begeistern und somit schlossen wir uns zusammen: Wir fingen an, unter dem Teamnamen „DGF - Davide Grisolia Films“ Filme zu drehen, die dann in der Aula der Schule oder im Klassenzimmer vorgeführt wurden. Dieses Muster ziehte sich durch meine gesamte restliche Schulzeit: Von der Hauptschule, über den Mittlere-Reife-Zug in Zirndorf bis hin zur Fachoberschule in Fürth. Unsere Filme wurden immer besser und das Filmteam wuchs von Film zu Film. Da wir stolz auf unsere Werke waren, bewarben wir uns bei Filmfestivals und gewannen zwei Filmpreise. Das motivierte mein Team und mich wirklich sehr.

Filmografie aus meiner Kindheit und Jugend (die Anfangszeit von „DGF“)

„Non hai ancora sentito l'ultima campana“

 

Ich hatte schon seit meinen Zeiten an der Hauptschule den Traum, eines Tages Film zu studieren. Meine Mutter brachte mir bei, die Möglichkeiten, die man durch Schulbildung erlangen kann, wertzuschätzen. So sah ich die Schulzeit als meinen persönlichen Kampf an. Der Kampf, der mich eines Tages zu einem Filmstudium verhelfen würde. In der Hauptschule glaubte fast keiner an mich. Keiner glaubte, dass ich den Weg zum Mittlere-Reife-Zug schaffen würde. Selbst die Mutter meines damaligen besten Freundes sagte zu mir, dass ich das nicht schaffen würde. Das demotivierte mich immer sehr. Meine Eltern brachten mir aber eines bei: Never stop combattere. Meine Mutter baute mich immer auf uns sagte immer folgenden Satz zu mir: „Non hai ancora sentito l'ultima campana“ - was übersetzt bedeutet: „Du hast noch nicht den letzten Gong gehört.“ So motivierte sie mich immer wieder, niemals aufzugeben. Ich ging auf den Mittlere-Reife-Zug nach Zirndorf und absolvierte dort meinen Quali und meine mittlere Reife. Von dort aus ging ich dann direkt weiter auf die Fachoberschule in Fürth. Dort waren all meine Mitschüler/innen überzeugt davon, dass ich die Probezeit niemals schaffen würde, weil ich „der Filmtyp aus der Hauptschule“ war. In diesen Jahren lernte ich, auf die negativen Meinungen anderer Schüler/innen und Lehrkräfte absolut keinen Wert mehr zu legen. Schließlich absolvierte ich mein Fachabitur - und erreichte somit den ersten großen Baustein meiner Zukunft.

 

Meine Eltern und ich bei der Verleihung meines Fachabiturs im Jahr 2011 in Fürth:

„Die Nacht in mir“

 

Nach dem Quali, der Mittleren Reife und meinem Fachabitur, drehte ich meinen ersten, regionalen Kinofilm „Die Nacht in mir“, der am 19. Februar 2012 seine Kinopremiere im Babylon Kino Fürth feierte. Dies war meine erste eigene Kinoveröffentlichung außerhalb von Filmfestivals oder anderen Events.

 

 

Durch „Die Nacht in mir“ lernte ich auch Raphael Mudola (siehe Fotos unten) kennen. Raphael wurde nicht nur mein langjähriger Regieassistent, sondern auch mein allerbester Freund. Wir waren und sind wie Brüder.

 

 Der grausamste Tag meines Lebens

 

Ein paar Wochen nach der Kinopremiere von „Die Nacht in mir“, passierte plötzlich etwas, was mein Leben drastisch veränderte:

Mein Vater verstarb. Dies war der grausamste Tag meines Lebens. Es kam alles absolut unerwartet, vor allem weil mein Vater kerngesund war. Die Zeit danach war hart und ich wusste nicht wirklich, was ich tun soll. Meine Mutter war ebenfalls am Ende, daher war das Einzige was wir tun konnten, einander versuchen zu stärken und füreinander da zu sein.

 

Das Leben zeigte sich von seiner dunkelsten Seite. Ich habe in dieser Zeit vieles verstanden, was ich bis heute in meinen Filmen verarbeite. Die schönen Erinnerungen an meinen Vater bauten meine Mutter und mich auf. Die Erinnerungen an die Vergangenheit mit meinem Vater sind die Stärke unserer Gegenwart. Mit dieser Stärke gingen wir weiter.


Ein Abschnitt unseres Lebens ging zu Ende - und es war gleichzeitig ein neuer, trauriger Anbeginn. Ohne Papi.

 

Mein Filmstudium

 

Ich nahm mein Leben wieder fest in die Hand und bewarb mich kurz vor Einsendeschluss an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm für einen Studienplatz im Bereich Film der Fakultät Design. Ich reichte viele Filme ein, die ich bis zu diesem Zeitpunkt gedreht hatte - inkl. „Die Nacht in mir“. Meine Bewerbung kam in die engere Auswahl und ich wurde zur Aufnahmeprüfung eingeladen. Glücklicherweise gehörte ich nach der Aufnahmeprüfung zu der kleinen Auswahl, die das Studium beginnen durfte.

 

Die drei Hauptmodule meines Studiums waren:

 

  • Film & Animation
    Meine Schwerpunkte: Regie und Produktion
    Prof. Jürgen Schopper

  • Cast
    Audiovisuelle Kommunikation
    Prof. Walter Mehl

  • Raum- & Eventdesign
    Gestaltung und Kommunikation im Raum
    Prof. Christine Albert

 

Ich lernte einiges über die Filmgeschichte, Psychologie, Kreativitätstechniken, Marketing und noch vieles mehr. Ich drehte einige Kurzfilme (bis 12 Minuten) - zum Beispiel: „Joseph's Diary Into Nexus“. In diesem Film geht es um einen Mann namens Joseph (ital. „Giuseppe“), der im Kindheitsalter seinen Freund - eine Kreatur -  verliert. Der Freund starb vor Josephs Augen, wogegen er nichts tun konnte. Durch ein magisches Geschenk, welches Joseph von seinem besten Freund geschenkt bekam, kann er die Geschichte in seinem Tagebuch umschreiben. So verhindert Joseph den Tod seines Freundes. Das war mein erster Autorenfilm im Rahmen des Studiums. Dieser Film ist - so wie jeder andere Film von mir seit 2012 - meinem Vater gewidmet.

 

 

Schließlich absolvierte ich meinen Bachelor of Arts mit meinem Abschlussfilm „Kryonik (Sommersemester 2016). Mit diesem Film verarbeitete ich den Tod meines Vaters weiter. Die Botschaft des Films: Ohne Erinnerungen und ohne Gefühle sind Menschen nur leere Hüllen, bestehend aus Fleisch und Blut - mehr nicht.

 

 
So sah die Konzeption meiner Bachelor-Arbeit aus:

Filmografie + Videografie meines Studiums / von 2012 bis 2016:

 

MODUL: FILM & ANIMATION

1. Semester: Edding (fiktiver Werbespot, P) / 0,5 Min.
2. Semester: Der Tee der langen Freundschaft (Title-Design, D, P) / 3 Min.

3. Semester: Joseph's Diary into Nexus (musikalischer Kurzfilm, R, D, P, C) / 4 Min.

4. Semester: Origami (Kurzfilm, R, P) / 12 Min.

5. Semester: Praxissemester (Videos für uvex, adidas u. a. Klienten)

6. Semester: (S)HOCKER (kurzer Stummfilm, R, D, P) / 10 Min.

 

 

MODUL: CAST
2. Semester: How to animate a dancer (Kurzdoku, K) / 3 Min.
3. Semester: Brak'Lul: Von Adam und Eva bis hin zur Consumenta (Kurzdoku, P, K, C) / 4 Min.
4. Semester: Hexagon (Kurzfilm, R, D, P, K, C, G) / 7 Min.
6. Semester: Nekyia (Kurzfilm, R, D, P, K, C) / 10 Min.

 

 

BACHELOR-ABSCHLUSSARBEIT „KRYONIK“, bestehend aus:

  • Kryonik (mein Bachelor-Abschlussfilm, R, D, P, C, S, G) / 45 Min.
  • Die Entstehung von „KRYONIK (7-teilige Doku, P, C) / 32 Min.
  • Musikvideo zum Kryonik-Filmsong "Tell Me Where You Are" (R, P, K, C)
  • 60-seitiges Produktionsbuch des Films (Konzeptgestaltung)

 

Meine Tätigkeiten: Regisseur (R), Drehbuchautor (D), Produzent (P), Kameramann (K), Cutter (C), Schauspieler (S), Gastauftritt / Kurzauftritt (G)

 

Zwei Kurzfilme aus meinem Studium:


Zwei Dokus aus meinem Studium:


Foto-Impressionen aus meiner Studienzeit:

Meine Produktionen neben dem Studium

 

Während meines Studiums hörte ich nicht auf,  eigene Produktionen zu realisieren. So entstand neben meinem Studium mein zweiter, regionaler Kinofilm „Die Nacht in mir: Anbeginn, das Reboot meiner ersten Kinoveröffentlichung „Die Nacht in mir“. Das Reboot wiederspiegelte den Verlust meines Vaters. Die Kernbotschaft des Films: Jedes Ende ist ein neuer Anbeginn.

 

Ursprünglich sollte „Die Nacht in mir: Anbeginn“ eine direkte Fortsetzung mit dem Titel „Die Nacht in mir 2“ werden, allerdings sprang der Hauptdarsteller ab. Ich entschied mich für eine Neubesetzung, schrieb das Drehbuch komplett um, überarbeitete bereits bestehende Charaktere und erfand neue Figuren.

 

Die Hauptrolle übernahm dann Markus Herbst, ein Model und Schauspieler, der zu dem Zeitpunkt frisch an dem neuen „Tarzan 3D“ aus dem Jahr 2013 mitgewirkt hatte. Damals gründete Markus mit seinem Zwillingsbruder Michael Herbst die HipHop-Band „Brak'Lul“. Sie brauchten ein Musikvideo für ihren ersten Song „NBG“. Beide Brüder wirkten bei meinem Film mit - und als Gegenleistung drehte ich das Musikvideo zu ihrer Single. Erste Erfahrungen mit Musikvideos sammelte ich das Jahr vorher, als ich 2012 das Musikvideo „Circumstances“ für eine befreundete Band aus Roßtal drehte.

 

Es entstanden auch Zusammenarbeiten zwischen dem Brak'Lul-Musikproduzenten Cihat Celik (Rapper, Breakdancer und ehemaliger Kollege von Captain Hollywood) und mir. Für ihn drehte ich die Musikvideos zu seinen Rap-Songs „Son Nefes - Es ist vorbei“, „Yalan“, „Ahmet Kaydul“, „Ona Sor“ und „Mazide“. Er übernahm dann auch eine Hauptrolle in meinem Film. Zusätzlich produzierte er zwei Teile des originalen Soundtracks des Films (der Song im Vorspann und der Song bei der Trainingsmontage).

 

Schließlich drehte ich auch für Brak'Lul noch weitere Musikvideos: „Days Of Yesterday“, „Brak'Lul Anthem“ und noch einige Event-Videos. Bei „Days Of Yesterday“ arbeiteten die Brak'Lul-Brüder zusammen mit John Davis, eine der Originalstimmen der von Frank Farian produzierten Skandal-Band „Milli Vanilli“. Durch die Zusammenarbeit mit John Davis hatte ich die Chance, mit Fab Morvan von Milli Vanilli zu arbeiten. Das war eine gigantische Ehre für mich, da ich ein großer Milli-Vanilli-Fan bin. Ich durfte Fab Morvan und John Davis auf ihr Konzert „A true Milli Vanilli Experience - by Fab Morvan and John Davis“ begleiten und drehte das Konzertvideo. Das war ein magischer Tag.

Foto: Von rechts nach links: Mein Regieassistent Raphael Mudola, John Davis, Fab Morvan und ich.

 

Das alles passierte während meiner Studienzeit. Doch die bis dahin größte Produktion meines Lebens kam während meines Studiums erst noch dazu: „Macho Man 2“.


Mein Weg zu „Macho Man 2“

 

Der deutsche Kultfilm „Macho Man – Harte Fäuste“ (Regie: Alexander Titus Benda, 1985) sorgt in Nürnberg jährlich für fränkischen Trash-Furore und viele Lacher. Hunderte und hunderte von Fans versammeln sich jedes Jahr beim SommerNachtFilmFestival, um den Streifen zu zelebrieren - jedes Jahr seit 1998. Der Film ist mittlerweile der absolute Kult und ein traditioneller Diamant der fränkischen Filmgeschichte. Die Box-Legende René Weller und Deutschlands bekanntester Promi-Bodyguard Peter Althof spielen in dem Kultfilm die Hauptrollen. Hier ist der Trailer zu „Macho Man – Harte Fäuste“ von 1985:

 

 

Peter Althof und ich kennen uns schon privat seit einer Weile. Im Alter von 14/15 Jahren drehte ich nämlich einen kleinen Werbespot für seine Kampfsportschule. Das war eine riesige Ehre für mich - und vor allem eine große Chance. Seitdem hat Peter meine Filmlaufbahn mitverfolgt und war manchmal auch ein Teil davon: 2013 und 2014 konnte ich ihn überzeugen, in meinen Musikvideos „NBG“ und „Days Of Yesterday“ als Gast-Schauspieler mitzuwirken. Er fand meine Arbeiten gut - und so weckte ich als Regisseur sein Interesse.

 

Ende 2014 sprach Peter das erste Mal mit mir über „Macho Man 2“. Damals erzählte er mir, dass er MM2 eventuell in Angriff nehmen möchte, nachdem das Thema „Macho Man 2“ schon seit 2004 im Gespräch war. Peter war von meinen Musikvideos begeistert und fragte mich, ob ich bei der Realisierung des Films mitwirken würde - was für mich eine große Ehre war. Dann herrschte eine Zeit lang Funkstille - und ich dachte, das Thema MM2 hätte sich erledigt. Kurz vor der Kinopremiere von meinem Film „Die Nacht in mir: Anbeginn“, sprachen Peter und ich erneut über die Fortsetzung des Kultfilms - und ich lud ihn kurze Zeit später zu meiner Kinopremiere ein, damit er sich den Film als Arbeitsreferenz anschauen konnte. Mein Film begeisterte ihn, daher beschloss er noch am selben Abend endgültig, dass ich der Regisseur von „Macho Man 2“ werden sollte. An jenem Abend wurde auch dieses Foto geschossen:

 

 

Wir zögerten nicht lange - und drehten kurz darauf den 1. Teaser von MM2. Der Teaser hatte inhaltlich nichts mit dem finalen Film zu tun, da zu diesem Zeitpunkt nicht mal eine grobe richtung der Story feststand.

 

 

Peter und ich haben eine traurige Gemeinsamkeit, die uns stark verbindet: Unsere Väter sind beide nicht mehr unter uns. Diese Verbindung lies die Freundschaft zwischen Peter und mir stetig wachsen. Für unsere Papas haben wir „Macho Man 2“ durchgezogen. Der Film ist ihnen gewidmet.

 

Der chaotische Start von „Macho Man 2“

 

Neben meiner Tätigkeit als Regisseur und Mitentwickler von „Macho Man 2“, hätte ich auch das Drehbuch schreiben sollen. Ich lieferte verschiedene Treatments für mögliche Geschichten zu „Macho Man 2“ ab, die auch Peter Althofs Ideen enthielten. Zu dieser Zeit drehte ich (neben meinem Vollzeit-Studium und MM2) noch einen weiteren Spielfilm und realisierte etliche Musikvideos. Mein Studium lief komplett auf Sparflamme - und die Zeit war damals allgemein sehr knapp geworden. Deswegen gab ich das Schreiben des Drehbuches von MM2 ab, damit ich mich um die anderen Baustellen von MM2 mitkümmern konnte.

 

Die sich noch in Kinderschuhen befindende, frisch gegründete Produktionsfirma „Mamafilm UG“, die von Peter Althof extra für „Macho Man 2“ ins Leben gerufen wurde, legte eine voreilige Deadline für die Fertigstellung des Films fest und veröffentlichte diese. Das führte zum totalen Chaos, denn es herrschte auf einmal enormer Zeitdruck. Der neue Drehbuchautor konnte den Zeitplan nicht einhalten, was zu Verzögerungen führte.  Am 5. November 2015 begannen dann gezwungenermaßen die Dreharbeiten von „Macho Man 2“ am Lago di Garda in Italien, obwohl die Vorbereitungen noch lange nicht fertig waren - und es gab eigentlich auch noch kein Drehbuch und keine fertige Geschichte.

 

So, wir waren in Italien angekommen und wir starteten mit voller Freude und viel Improvisation die Dreharbeiten. Kaum hatten wir begonnen, gab es schon das erste, große Problem: Wir wurden ausgeraubt. Irgendwelche Ganoven haben die Scheiben unseres Equipment-Fahrzeugs eingeschlagen und haben alles leergeräumt. Das fing ja schon mal gut an. Wir ließen uns die gute Laune allerdings nicht nehmen und drehten (nach 20 Minuten Fluchen auf italienisch im Vollgas-Modus meinerseits) unseren Film weiter. Wir drehten mit Booten, fanden prächtige Locations und drehten viele Schlägereien mit meinem Onkel und seinem Schwager, die ich kurzfristig als Schauspieler einplante. Sie spielten selbstverständlich italienische Mafiosi. What else?

 

Abschluss und Neustart

 

Kurz nach dem Drehstart von „Macho Man 2“ legten wir eine längere Drehpause ein, damit wir in Ruhe die Geschichte entwickeln und das Drehbuch endlich mal fertig schreiben konnten.

 

Durch die Verzögerungen im Frühjahr und im Sommer, überschnitt sich die Vorproduktion von „Macho Man 2“ mit meinem finalen Bachelor-Semester des Studiums. Nun hatte ich zwei große Baustellen, die jeweils 100% meiner Zeit gefordert haben. Zum Glück hatte ich eine klare Vorstellung, was meine Abschlussarbeit werden sollte: „Kryonik“.

 

So liefen „Macho Man 2“ und „Kryonik“ wochenlang Hand in Hand. Ich sprang von einem Filmprojekt zum anderen. Das war wirklich eine stressige Zeit, aber es hat immensen Spaß gemacht.

 

Meine Bachelor-Abschlussarbeit setzte sich aus mehreren Teilen zusammen. Neben dem Film „Kryonik“ produzierte ich auch eine 7-teilige Dokumentation (32 Minuten) über die Entstehung meines Abschlussfilms. Die Episoden wurden während der Entstehung online veröffentlicht, sodass die Zuschauer die komplette Geburt des Films mitverfolgen konnten. Auf sozialen Netzwerken wurden auch Update-Videos geschaltet, um unsere Follower auf dem Laufenden zu halten. Außerdem wollte ich für „Kryonik“ noch einen originalen Filmsong haben - inkl. Musikvideo, was dann im Abspann des Films lief. Die Kombi aus Abspann und Musikvideo hat sich zu meinem Stilmittel etabliert. Ich möchte in jedem zukünftigen Spielfilm von mir diese Kombi einpflegen. (Spoileralarm: Auch in „Macho Man 2“ habe ich diese Kombi eingsetzt!)

 

Die Produktion von „Kryonik“ brachte auch einige Hindernisse mit sich, aber wir konnten alles sehr gut meistern. Diese Produktion war ein Segen für meine Seele. Ich war einfach extrem glücklich und bin bis heute noch stolz auf die Leistung, die mein Team und ich erbracht haben. Der fertige Film feierte dann am 16. Juli 2016 seine Kinopremiere in Nürnberg. So absolvierte ich im Sommersemester 2016 meinen Bachelor of Arts.

#Abschluss.

 

Durch meinen Trailer von „Die Nacht in mir: Anbeginn“ wurde der Filmemacher Welsey Howard auf mich aufmerksam. Er besuchte dann schließlich mit seiner Frau Jennifer Weller (Model und Schauspielerin, die unter anderem im Film „Ottos Eleven“ mitgespielt hat) meine Kinopremieren von „Die Nacht in mir: Anbeginn“ und „Faust – Im Schatten der Nation“. Wir lernten uns kennen und es baute sich eine Freundschaft auf. Er übernahm dann bei meinem Abschlussfilm „Kryonik“ die Kamera und die Lichtgestaltung. Außerdem half er mir bei der Produktion des Films. Jennifer Weller übernahm die weibliche Hauptrolle.

 

Der damalige Drehbuchautor von „Macho Man 2“, dem ich ursprünglich den Posten abgegeben hatte, kam zeitlich mit dem Schreiben nicht voran. Um weitere Verzögerungen zu vermeiden, löste ich den Autor von seinem Posten wieder ab und besetze den Posten des Drehbuchautors neu: Wesley Howard sollte das Drehbuch zu „Macho Man 2“ schreiben. Ich agierte ebenfalls als Drehbuchautor mit. Marco Knapp, Postproduktionsleiter des Films, wirkte auch beim Schreiben mit. Das Drehbuch wurde fertig  und die Vorproduktion war dann anschließend ebenfalls ready to rock. Am 28. August 2016 gab es dann den großen Neustart der Dreharbeiten. Die Szenen, die wir das Jahr vorher schon gedreht hatten, baute ich in die neue Geschichte so gut wie möglich ein.

#Neustart.

 

Let's rock „Macho Man 2“

 

Hinter den Dreharbeiten von „Macho Man 2“ verbirgt sich eine wahnwiztige Produktionsgeschichte. Wir waren ab dem Neustart der Dreharbeiten zwar besser organisiert als beim ersten Start, aber es blieb eine absolute Chaos-Produktion von Kopf bis Fuß. Das zog sich durch die kompletten Dreharbeiten bis hin zur Postproduktion. Es ist unfassbar, wie viele Probleme mit gigantischem Ausmaß den Weg zu uns gefunden haben. Noch unfassbarer ist der Fakt, dass wir jedes noch so großes Problem bewältigt haben. Wir haben uns mit Herzblut und viel Schweiß durchgekämpft. Externe Personen (unter anderem auch Presseleute) sagten immer wieder, dass die Realisierung von so einem großen Film - vor allem in Franken - unter solchen verrückten Produktionsbedinungen absolut unmöglich sei (vor allem weil die Crowdfunding-Kampagne scheiterte). Wir mussten uns immer wieder anhören, dass wir es nicht schaffen würden. Jeder gesunde Menschenverstand hätte dieser Aussage zu 100% zugestimmt - aber nicht wir. Wir haben gemeinsam an einer Vision gearbeitet, zusammengehalten und es trotz aller Probleme bis zum Ende gerockt! Ladies and gentlemen: Yes, WE DID IT.

 

Aus dem Abenteuer „Macho Man 2“ nehme ich sehr, sehr viel Erfahrungen mit. Es ist unfassbar, wie viel ich gelernt habe und mit wie vielen tollen Menschen ich zusammenarbeiten durfte. Einer dieser Menschen war zum Beipsiel der Kult-Regisseur Ruggero Deodato (Regisseur von „The Barbarians“ aus dem Jahr 1987 und „Cannibal Holocaust“ aus dem Jahr 1980). Ich kann bis heute nicht fassen, dass ich einen meiner Idole getroffen habe - und ich kann es nicht realisieren, dass ich ihn tatsächlich überzeugen konnte, in „Macho Man 2“ einen Cameo-Auftritt zu haben. Ich sitze hier und schreibe dies gerade... und mir kommt alles so surreal vor.

 

Mit dem neu gewonnenem Wissen setze ich nun meine Reise fort.

 

 

Capitolo 3 begann bei der Premiere und dem Kinostart von „Macho Man 2“ am 27. September 2017 in Deutschlands größtes Multiplexkino Cinecitta'. Das war der beste Tag meines Lebens und der erfolgreichste Tag meiner Karriere!


Es erwarten mich noch sehr viele Abenteuer - und du kannst meine Reise live mitverfolgen.

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In ein paar Jahren werde ich dann meine Kurzbiografie fortsetzen.

 

Bis dahin wünsche ich dir noch eine glückliche, gesunde und erfolgreiche Zeit!

Kämpfe immer für deine Träume und gib niemals auf! Never stop combattere!

 

 

Filmische Grüße,
Davide Grisolia

Ende September 2017